Zum Hauptinhalt springen

Schwimmweste und Rettungsweste auf dem Bodensee

Der Deutsche Kanu-Verband fordert alle Kanusport Treibenden auf, bei der Ausübung des Kanusports grundsätzlich Schwimmhilfen oder Rettungswesten zu tragen.

Wenn du Kanusport oder eine andere Wassersportart betreibst, ist eine Schwimmweste notwendig. Die Regel im VfB Friedrichshafen Kanu e.V. lautet: Wenn du weiter als 300m auf den See hinausfährst, musst du eine Schwimmweste mitführen.

Rettungsweste, Schwimmhilfe oder Schwimmweste?

Laut Kanuverband ist die Bezeichnung Schwimmweste irreführend. Offiziell unterscheidet man zwischen Rettungsweste und Schwimmhilfe. Diese werden nach DIN EN ISO 12402-Norm in 4 Leistungsklassen unterteilt. (Link)

Als Unterscheidungskriterium ist der Auftrieb angegeben in Newton [N]. Newton ist die offizielle Einheit für die Gewichtkraft bzw. den Aufrieb. 9,81 Newton entsprechen 1 kg. Masse, 50 N Auftrieb entsprechen dann vereinfacht gesagt einem zusätzlichen Auftrieb von ca. 5 kg Körpermasse.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Rettungsweste und Schwimmweste häufig synonym gebraucht oder die Begriffe verwechselt:

Rettungsweste

Eine Rettungsweste Klasse 100 (100 N Auftrieb): Diese Weste, meist eine Feststoffweste, ist eher bei den Seglern verbreitet und wird in Binnengewässern und geschützten Revieren eingesetzt. Sie ist nur eingeschränkt ohnmachtssicher.

Schwimmweste

Eine Schwimmweste, die offizielle Bezeichnung ist Schwimmhilfe, handelt sich um Westen der Klasse 50 (35-50 N Auftrieb). Im Kanujargon werden diese Westen als „Schwimmweste“ bezeichnet, dieser Begriff ist irreführend und sollte nicht verwendet werden.

Diese im Kajaksport weit verbreiteten Feststoffwesten sind nur für gute Schwimmer geeignet. Sie sollten nur in Bereichen eingesetzt werden, in denen Hilfe von außen oder durch Kameraden möglich ist oder auf Gewässern, bei welchen das Ufer noch schwimmend erreicht werden kann. Diese Schwimmhilfen sind nicht ohnmachtssicher. Der Mindestauftrieb der Schwimmweste hängt von Gewicht des Trägers ab.

  • Bei Kindern (Gewicht unter 40 kg) reichen 35 N
  • Bei Personen mit 40 bis 60 kg Gewicht reichen 40 N
  • Bei Personen mit 60 bis 70 kg sind es 45 N
  • Bei Personen mit über 70 kg muss die Schwimmhilfe (Schwimmweste) einen Auftrieb von mindestens 50 N haben

Welche Westen hat der Kanusport Friedrichshafen und wo befinden sich diese?

Wähle eine Weste, die zu deinem Gewicht passt und Bewegungsfreiheit bietet.

Im Verein haben wir Rettungswesten u.a. der Marken ekü sports und palm, die für unterschiedliche Gewichtsklassen. Dazu findest du in der Innenseite den Aufdruck S, M und XL. Du findest die Westen im Bereich der Bootshalle. Wähle eine gutsitzende Rettungsweste, die nicht einschneidet, nicht nach oben oder nach unten rutscht. Bei Kindern oder Personen mit wenig Erfahrung prüft den Sitz der Rettungsweste, ggf. auch im seichten Gewässer am Bootssteg.

    Rettungsweste im Kanusport Friedrichshafen

    Gesetzliche Grundlagen:

    Außerhalb der Uferzone (300 m vom Ufer oder von einen dem Ufer vorgelagerten Schilfgürtel) muss von den auf dem Fahrzeug befindlichen Personen eine Schwimmhilfe gemäß EN ISO 12402-5:2006 (Schwimmhilfe der Stufe 50) - sicherheitstechnische Anforderungen mitgeführt oder getragen werden. Dies gilt insbesondere für Drachenboote, Segelsurfbretter, Stand-Up-Paddles und ähnliche Geräte, Kanus oder Kajaks.

    Links:

    Vorbildfunktion von Fahrtenleitern, Übungsleitern, erfahrenen Paddlern

    Leiter von Fahrten und Trainingseinheiten, aber auch erfahrene Paddler haben durch ihre Autorität eine besondere Vorbildfunktion. Kinder, Jugendliche und Anfänger nehmen sich häufig ein Beispiel an diesen Personen. Deshalb sollten gerade sie nie ohne Schwimmhilfe oder Rettungsweste ins Boot steigen.

    Pflege und Wartung nach dem Gebrauch der Rettungsweste und Schwimmhilfe

    1. Spülen: Nach dem Einsatz die Rettungsweste und ggf. Schmutz grob abspülen und mit klarem Wasser nachspülen.
    2. Reinigung: Bei stärkeren Verschmutzungen mit milder Seifenlösung mit einer weichen Bürste abwaschen und gründlich abspülen. Nicht maschinell waschen, nicht in der Waschmaschine waschen und keine chemischen Lösungsmittel verwenden.
    3. Trocknen: An der Luft trocknen lassen, idealerweise flach auf der Wiese oder aufgehängt im Bootshaus.
    4. Lagerung: Die Rettungswest muss trocken gelagert werden, vorzugsweise aufgehängt in einem kühlen, belüfteten Raum. Niemals in direkter Sonne oder Nähe von Wärmequellen lagern. Bei der Lagerung unbedingt Feuchtigkeit verhindern, um Schimmel zu vermeiden.
    5. Regelmäßige Funktionsprüfung: Vor jedem Einsatz eine Sichtprüfung durchführen: Auftrieb prüfen, Schnallen, Riemen und Verschlüsse prüfen.
    6. Austauschintervalle: Aufblasbare Westen haben oft ein Haltbarkeitsdatum. Schwimmhilfen- und Rettungswesten unterliegen der Alterung und des Verschleißes. Automatikwesten sollten alle 2 Jahre von einem Fachbetrieb gewartet werden. Schwimmhilfen sind nach ca. 5-10 Jahren zu ersetzen.

    Rettungsweste-Schnell-Checkliste

    • Passende Größe, guter Sitz, ausreichender Auftrieb
    • Sichtbarkeit (Farbwahl, Reflektoren)
    • Aufblasbare Modelle: Funktionsprüfung des Auslösers, Ventile frei, keine Beschädigungen.
    • Pflege: Nach Einsatz spülen, trocknen, trocken lagern, regelmäßig prüfen.